Die Branche braucht die digitale Revolution

Stellungnahme von Istok Kespret, Geschäftsführer X3.Net und HMM Deutschland

Diese Meldung zum Jahresbeginn zeigt, dass die Branche in Bewegung ist: azh, die Abrechnungs- und IT-Dienstleistungszentrum für Heilberufe GmbH, beteiligt sich mehrheitlich an der SIC SaniVision consulting GmbH. Ziel der Beteiligung sei es, Kompetenzen zu bündeln, innovative Lösungen zu entwickeln und die Kundenzufriedenheit zu steigern, wie azh und SaniVision in einer gemeinsamen Pressemeldung erörtern. Dies sind begrüßenswerte Ansätze, die die HMM Deutschland, dem eHealth-Unternehmen für Versorgungs- und Abrechnungslösungen, nur befürworten kann.

In der Tat, gerade im Abrechnungsgeschäft bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, längst überfällige Schritte in Richtung Kompetenzbündelung und Effizienzgewinn zu gehen. Die Strukturen und Prozesse bei der Abrechnung von Leistungen der Hilfs- und Heilmittelversorgung sind eingefahren und nicht mehr zeitgemäß, da papierlastig und kompliziert – und auf allen Seiten langwierig und damit teuer. Dass sich ein Softwareunternehmen, das Branchenlösungen für Hilfsmittelerbringer entwickelt, direkt mit dem Abrechnungsdienstleister der Sanitätshäuser zusammenschließt, um damit „neue Verfahren zum Austausch der Abrechnungsdaten aus der Branchensoftware direkt zum Abrechnungsdienstleister“ zu erarbeiten, liegt nahe und ist ein guter Schritt hin zur Vernetzung der Branche. Ziel ist hierbei die weitgehende Automatisierung von Abläufen – in Richtung digitaler Prozesse. Dies ist nicht nur deshalb notwendig, da die Verwaltungsausgaben im Gesundheitswesen, speziell in der GKV, aktuell wieder drastisch steigen. Eine Folge, unter der am Ende der Versicherte leidet, sind die diesjährigen flächendeckenden Erhöhungen des Zusatzbeitrages bei den Gesetzlichen Krankenkassen.

Das zeigt aber, dass die Digitalisierung noch lange nicht weit genug geht. Ansätze wie die Kooperation zwischen azh und SaniVision sind ein erster Schritt - aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, von dem letztlich einzelne Hilfsmittelerbringer profitieren. Insgesamt bleibt das Gesamtsystem aber nach wie vor segmentiert, wie es vorher war.

Eine echte Innovation entsteht erst dann, wenn auch die Krankenkassen in die digitalen Abläufe eingebunden sind. Und zwar komplett ohne Medienbruch: Ohne Papier und Umwege. Dass dies funktioniert, zeigen wir als HMM Deutschland mit unserem Abrechnungsverfahren De-Pay. Direkt angeschlossen an Leistungserbringer und Kostenträger, wird komplett medienbruchfrei beantragt, genehmigt und abgerechnet – Ende zu Ende, ohne Reibungsverluste, mit vollem Datenschutz.

Erst das vollständig elektronische Abrechnungsverfahren unter Beteiligung aller Player bringt enorme Effizienzsteigerungen und Einsparungen. Gemeinsam mit dem elektronischen Antrags- und Genehmigungsverfahren, dem lange etablierten elektronischen Kostenvoranschlag, lassen sich durch das De-Pay-System – je nach Größe der Krankenkasse – mehrere Hunderttausend bis Millionen Euro jährlich einsparen.

Digitale Prozesse in der Versorgung und Abrechnung sowie eine automatisierte Vorgangsbearbeitung sind somit die Lösungen der Zukunft, die zahlreiche Einsparmöglichkeiten beinhalten. Die Sachbearbeiter der Krankenkassen werden von Routinearbeiten und unnötigen Verwaltungstätigkeiten befreit und können sich wieder mehr den Hochkostenfällen und der Beratung ihrer Versicherten widmen.

Damit der digitale Wandel auch zum Wohle der Versicherten gelingen kann, ist radikales Umdenken aller an der Versorgung beteiligten Parteien notwendig. Die Branche braucht die digitale Revolution! Die digitale Transformation muss gelingen – nicht nur in Form von guten Ansätzen und punktuellen Kooperationen, sondern flächendeckend, absolut und disruptiv. Veraltete Abläufe müssen weichen, überflüssiger Ballast muss über Bord gehen – um sich im Sinne der Kunden zukunftsfähig aufzustellen und auch langfristig am Markt Bestand zu haben.

Das ist eine Herausforderung, aber sie kann gelingen! Wir als HMM Deutschland begleiten Krankenkassen und Leistungserbringer schon seit zehn Jahren individuell bei ihrer digitalen Transformation. 


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